CIRO magazine
Interview mit Julia Zileniene
Mitten in der Altstadt von Vilnius, in der pittoresken, kopfsteingepflasterten, kleinen Gasse Stikliu Nr. 7, liegt das Fashion House von Julija Zileniene. Es ist kein grosses, cool durchgestyltes Modehaus wie der Name vermuten lässt. Im Gegenteil, man betritt eine kleine orientalisch anmutende Oase und lässt das barocke Vilnius draussen vor der Tür. Warme Leuchtfarben, dunkle Holzmöbel und angenehme Loungemusik runden das Ambiente stimmig ab.
Julia, du bist gerade aus Marokko zurückgekehrt. Was hast Du dort gemacht?
Gearbeitet! Zweimal pro Jahr fahre ich für mehrere Wochen nach Marokko um dort als Freelance-Designerin
für ein internationales Unternehmen eine Leinenkollektionen zu entwerfen. Ich liebe Marokko und ich liebe Leinen!
Die leuchtenden Farben, die dunklen Holzmöbel, die funkelnden Stoffe ... man könnte meinen, vor der Tür passiert das hektische Bazartreiben von Marakkesch...
Ja, das ist eine sehr interessante Geschichte. Die Idee und Inspiration zu dem Interieur meines Shops entstanden lange bevor ich das erste Mal nach Marokko gefahren bin. Die Leute kamen rein und sagten: ‚Wow das ist so marokkanisch!’. Danach dachte ich mir, dass ich unbedingt dieses Land bereisen muss.
Ist man in einer orientalischen Umgebung als Designer inspirierter als hier im kühlen Norden?
Nein, nicht unbedingt. Ich liebe es zu reisen. In fremde Länder und deren Kultur einzutauchen und die neu gewonnen Eindrücke und Inspirationen aufzusaugen und in mir nach Hause zu tragen. Mein Traum ist es ein kreativer Nomade zu sein.
Ist Vilnius Deine ‚Homebase’?
Ja, ich komme gerne wieder nach Hause zurück. Hier ist meine Familie, meine Wohnung, mein Shop und mein Studio. Aber spätestens nach 3 Montaten daheim werde ich wieder unruhig um möchte in die Welt hinaus. Früher war mein grosser Traum eine Boutique in der Altstadt von Vilnius zu führen. Er ist wahr geworden und jetzt ist mein grosser Traum zu reisen...
Ist es wichtig für Dich Träume, Visionen bzw. Ziele zu haben?
Ja, sehr. Meine wichtigste Lebensphilosophie ist Weiterentwicklung. Ich fühle mich manchmal wie ein Baum, der ständig neue Äste bekommt. Und niemand kann mich stoppen.
Erzähle mir über Dein eigenes Mode Label.
Ich mache Kollektionen für Fashionshows, die dann nach Bedarf in Produktion gehen. Aber alles was man hier im Shop sieht sind Unikate. Dieses Seidenkleid z.b. ist handgemalt, einzigartig wie ein Bild.
Wie gehst du an einen Designentwurf heran?
Das wichtigste ist die Person und seine Persönlichkeit. Ich muss den Charakter, die Persönlichkeit spüren und verstehen um die beste Lösung für diese Persönlichkeit finden zu können. Meine Aufgabe ist es, die Persönlichkeit und seine Bedürfnisse zu erkennen und diese dann im Design weiterzuentwickeln. Das ist das interessantes an diesem Beruf. Wenn sich der Kreativprozess in Bewegung setzt, fühlt es sich an, als würde ich zu fliegen beginnen. Oder wie Schmetterlinge im Bauch, wenn man verliebt ist.
Aber ist es nicht schon mal vorgekommen, dass die Chemie zwischen Dir und Deiner Kundin nicht passt?
Ja, absolut. Aber das war eher in der Anfangszeit, als ich noch weniger auf mein Herz gehört habe. In der Aufbauphase war manchmal der Auftrag und das Honorar wichtiger als die innere Stimme. Das kann mir heute nicht mehr passieren.
Kreative Blockaden kennst Du also nicht?
Doch! Aber nur dann, wenn es darum geht Mode für mich selbst zu entwerfen!
Beschreibe mir deinen persönlichen Stil?
Mein Leben bestimmt meinen Stil. Wenn ich einen Businesstermin habe, dann kleide ich mich am liebsten klassisch und schwarz. Aber heute ist Samstag und der Marokko Aufenthalt wirkt noch nach, also ist es heute dieses farbenprächtige Tunikashirt geworden!
Gearbeitet! Zweimal pro Jahr fahre ich für mehrere Wochen nach Marokko um dort als Freelance-Designerin
für ein internationales Unternehmen eine Leinenkollektionen zu entwerfen. Ich liebe Marokko und ich liebe Leinen!
Die leuchtenden Farben, die dunklen Holzmöbel, die funkelnden Stoffe ... man könnte meinen, vor der Tür passiert das hektische Bazartreiben von Marakkesch...
Ja, das ist eine sehr interessante Geschichte. Die Idee und Inspiration zu dem Interieur meines Shops entstanden lange bevor ich das erste Mal nach Marokko gefahren bin. Die Leute kamen rein und sagten: ‚Wow das ist so marokkanisch!’. Danach dachte ich mir, dass ich unbedingt dieses Land bereisen muss.
Ist man in einer orientalischen Umgebung als Designer inspirierter als hier im kühlen Norden?
Nein, nicht unbedingt. Ich liebe es zu reisen. In fremde Länder und deren Kultur einzutauchen und die neu gewonnen Eindrücke und Inspirationen aufzusaugen und in mir nach Hause zu tragen. Mein Traum ist es ein kreativer Nomade zu sein.
Ist Vilnius Deine ‚Homebase’?
Ja, ich komme gerne wieder nach Hause zurück. Hier ist meine Familie, meine Wohnung, mein Shop und mein Studio. Aber spätestens nach 3 Montaten daheim werde ich wieder unruhig um möchte in die Welt hinaus. Früher war mein grosser Traum eine Boutique in der Altstadt von Vilnius zu führen. Er ist wahr geworden und jetzt ist mein grosser Traum zu reisen...
Ist es wichtig für Dich Träume, Visionen bzw. Ziele zu haben?
Ja, sehr. Meine wichtigste Lebensphilosophie ist Weiterentwicklung. Ich fühle mich manchmal wie ein Baum, der ständig neue Äste bekommt. Und niemand kann mich stoppen.
Erzähle mir über Dein eigenes Mode Label.
Ich mache Kollektionen für Fashionshows, die dann nach Bedarf in Produktion gehen. Aber alles was man hier im Shop sieht sind Unikate. Dieses Seidenkleid z.b. ist handgemalt, einzigartig wie ein Bild.
Wie gehst du an einen Designentwurf heran?
Das wichtigste ist die Person und seine Persönlichkeit. Ich muss den Charakter, die Persönlichkeit spüren und verstehen um die beste Lösung für diese Persönlichkeit finden zu können. Meine Aufgabe ist es, die Persönlichkeit und seine Bedürfnisse zu erkennen und diese dann im Design weiterzuentwickeln. Das ist das interessantes an diesem Beruf. Wenn sich der Kreativprozess in Bewegung setzt, fühlt es sich an, als würde ich zu fliegen beginnen. Oder wie Schmetterlinge im Bauch, wenn man verliebt ist.
Aber ist es nicht schon mal vorgekommen, dass die Chemie zwischen Dir und Deiner Kundin nicht passt?
Ja, absolut. Aber das war eher in der Anfangszeit, als ich noch weniger auf mein Herz gehört habe. In der Aufbauphase war manchmal der Auftrag und das Honorar wichtiger als die innere Stimme. Das kann mir heute nicht mehr passieren.
Kreative Blockaden kennst Du also nicht?
Doch! Aber nur dann, wenn es darum geht Mode für mich selbst zu entwerfen!
Beschreibe mir deinen persönlichen Stil?
Mein Leben bestimmt meinen Stil. Wenn ich einen Businesstermin habe, dann kleide ich mich am liebsten klassisch und schwarz. Aber heute ist Samstag und der Marokko Aufenthalt wirkt noch nach, also ist es heute dieses farbenprächtige Tunikashirt geworden!
Was bedeutet Schmuck für Dich?
Schmuck ist ein Teil des Ganzen. Er kann das gesamte Erscheinungsbild perfekt abrunden. Schmuck soll auch verführen. Ein Dekolleté oder ein schöner Nacken können durch Schmuck dezent betont und hervorgehoben werden. Schmuck soll sich mit dem Körper bewegen. Ich mag z. B. hängende Ohrringe oder Ketten, die in Interaktion mit dem Körper stehen. Schmuck soll vibrieren und das Licht reflektieren.
Mit welchen Materialien arbeitest Du am liebsten?
Ich mag Holz, Spiegel, Glas, Diamanten. Hier z. B. dieses Collier, die Augen der Schlange sind kleine Diamanten. Es funkelt ganz dezent beim genauen Hinsehen. Oder dieser Tisch aus Holz wurde mit Svarovski-Steinen kombiniert. Das Licht reagiert darauf und verändert somit die Stimmung des Raumes.
Nicht zu vergessen den Schmuckstein ‚Bernstein’, das Gold der Ostsee!
Hier im baltischen Raum wird vorrangig der gelb- bzw. orangefärbige Bernstein verarbeitet und touristisch vermarktet. Es gibt aber auch wunderschönen grünen, schwarzen und weissen Bernstein! Den kennt nur fast keiner.
Leinen ist auch ein sehr wichtiges Textilmaterial in Litauen.
Ja, Flachs wird hier in Litauen angebaut und Leinen wird hier produziert. Ich persönliche arbeite sehr gerne mit Leinen. Es ist ein wunderbares, vielfältiges Material. Ein japanischer Journalist war bei einem Interview ganz überrascht, welche Farben unser Leinen hat. In Japan herrschen bei der Leinenproduktion eher die Erdtöne vor. Hier wird Leinen sehr kreativ verarbeitet.
Was ist dein nächstes Projekt?
Eigentlich hat mein nächstes Projekt bereits begonnen. Und es schließt auch an die gerade angesprochenen Themen an. Ich habe einen Design-Geschenkartikel Shop hier in der Altstadt eröffnet, in dem junge litauische Designer tradtionelle Materialien mit neuen Ansätzen umsetzen. Baltische Identität soll modern weiterentwickelt werden. Es sollen aber auch Designer aus Lettland, Estland, Finnland und Schweden dazukommen. Mein Ziel wäre es, diese Shops dann im ganzen baltischen Raum auszuweiten.
Viel Erfolg weiterhin und vielen Dank für das Gespräch!
Schmuck ist ein Teil des Ganzen. Er kann das gesamte Erscheinungsbild perfekt abrunden. Schmuck soll auch verführen. Ein Dekolleté oder ein schöner Nacken können durch Schmuck dezent betont und hervorgehoben werden. Schmuck soll sich mit dem Körper bewegen. Ich mag z. B. hängende Ohrringe oder Ketten, die in Interaktion mit dem Körper stehen. Schmuck soll vibrieren und das Licht reflektieren.
Mit welchen Materialien arbeitest Du am liebsten?
Ich mag Holz, Spiegel, Glas, Diamanten. Hier z. B. dieses Collier, die Augen der Schlange sind kleine Diamanten. Es funkelt ganz dezent beim genauen Hinsehen. Oder dieser Tisch aus Holz wurde mit Svarovski-Steinen kombiniert. Das Licht reagiert darauf und verändert somit die Stimmung des Raumes.
Nicht zu vergessen den Schmuckstein ‚Bernstein’, das Gold der Ostsee!
Hier im baltischen Raum wird vorrangig der gelb- bzw. orangefärbige Bernstein verarbeitet und touristisch vermarktet. Es gibt aber auch wunderschönen grünen, schwarzen und weissen Bernstein! Den kennt nur fast keiner.
Leinen ist auch ein sehr wichtiges Textilmaterial in Litauen.
Ja, Flachs wird hier in Litauen angebaut und Leinen wird hier produziert. Ich persönliche arbeite sehr gerne mit Leinen. Es ist ein wunderbares, vielfältiges Material. Ein japanischer Journalist war bei einem Interview ganz überrascht, welche Farben unser Leinen hat. In Japan herrschen bei der Leinenproduktion eher die Erdtöne vor. Hier wird Leinen sehr kreativ verarbeitet.
Was ist dein nächstes Projekt?
Eigentlich hat mein nächstes Projekt bereits begonnen. Und es schließt auch an die gerade angesprochenen Themen an. Ich habe einen Design-Geschenkartikel Shop hier in der Altstadt eröffnet, in dem junge litauische Designer tradtionelle Materialien mit neuen Ansätzen umsetzen. Baltische Identität soll modern weiterentwickelt werden. Es sollen aber auch Designer aus Lettland, Estland, Finnland und Schweden dazukommen. Mein Ziel wäre es, diese Shops dann im ganzen baltischen Raum auszuweiten.
Viel Erfolg weiterhin und vielen Dank für das Gespräch!
