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CIRO magazine

Quirliger blonder Engel mit Vamp Potential und erdigen Tiroler Wurzeln.

Die gebürtige Innsbruckerin Katharina Straßer übersiedelte in die Landeshauptstadt um das Schauspiel am Wiener Konservatorium zu studieren. Dem theoretischen Abschluß kam jedoch die Praxis zuvor. Der Volkstheater-Direktor Michael Schottenberg holte den Shootingsstar vorzeitig auf die ‚wirkliche’ Bühne und bewies damit seine Stärke als Talent-Scout. Zwei Auszeichnung als beste Nachwuchsschauspielerin hat Katharina Straßer mit ihren 24 Jahren schon in der Tasche. Auf weiteres kann man gespannt sein....
Wir sind hier in der Wiener Volksoper, wofür probst Du gerade?

Ich probe gerade für die Wiederaufnahme von ‚My Fair Lady’.  Das Stück hat jetzt ein halbes Jahr pausiert und am 4. Jänner 2009 geht es wieder los. Anscheinend bekommen die Leute nicht genug von diesem Stück, bei dieser Aufführung ist das Haus immer voll.

War es schwierig für Dich in das Genre Musical zu wechseln?

Es ist ja nicht wirklich ein reines Musical, sondern eine Mischung aus Musical und Operette – ein Singspiel. Es ist nicht so schwer zu singen wie eine Operette, aber doch anspruchsvoller als ein Couple bei Nestroy. Eine neue Herausforderung auf jeden Fall.

Was steht 2009 noch am Spielplan?

Momentan probe ich noch parallel am Volkstheater ‚Die Reifeprüfung’. Jetzt im Dezember spiel’ ich noch in der ‚Feldermaus’ am Volkstheater. Das ist allerdings eine wirkliche Operette. Und im Jänner kommt aufgrund der großen Nachfrage die Wiederaufnahme von ‚Einen Jux will er sich machen’. Und drehen werde ich 2009 ja auch noch.

Was ist Dir eigentlich lieber: die Bühne oder vor der Kamera zu stehen?

Ich drehe schon wahnsinnig gern, aber es ist halt schon toll, wenn du Publikum um dich hast. Das Singen ist auch wieder eine ganz andere, tolle Erfahrung! Die Musik macht wiederum alles noch intensiver und kraftvoller. Ich könnte mich ehrlich gesagt momentan nicht entscheiden.

Das musst Du ja auch anscheinend nicht - und das ist ja purer Luxus in deinem Alter!

Total! Ich denke mir oft, dass mein beruflicher Lauf momentan sehr viel mit Glück zu tun hat. Talent gehört natürlich auch dazu, aber in Wirklichkeit ist es eine 50:50 Mischung. Ich war einfach zur richtigen Zeit am richtigen Ort. Und danach hat der berühmte Dominoeffekt eingesetzt.

Wolltest Du immer schon Schauspielerin werden?

Ja, ich komme ja aus einer Schauspieler-Familie. Und der Zauber der Theaterwelt hat mich schon sehr früh gepackt. Ich hab mir gedacht, wenn ich die Aufnahmsprüfung für die Schaupielschule schaffe, dann probiere ich es einfach.

Dein Alter gepaart mit deiner steilen Karrierekurve – gibt es da viele Neider?

Gott seid Dank bin ich da verschont geblieben. Aber ich lass’ mir auch nichts zu Schulden kommen. Ich mache meine Arbeit gewissenhaft, ich komme pünktlich zu den Proben und bin sehr diszipliniert. Jetzt bin halt gerade ich am Start und morgen ist jemand anderer dran. So ist es eben.

Wie gehst du mit deiner plötzelichen Berühmtheit um?

Es freut mich. Momentan finde ich es lustig. Es macht mir Spaß in der Öffentlichkeit zu stehen. Ich denke, es sind Momentaufnahmen in meinem jetzigen Leben, die ich mir dann in Erinnerung rufe, wenn es mir mal nicht so gut gehen sollte... (lacht)
Gute Freunde und ein funktionierendes, soziales Umfeld sind mir sehr wichtig.

Gibt es eine Traumrolle?

Ja, also die ‚My Fair Lady’ war immer für mich mit Audrey Hepburn besetzt. Und wenn du dann selber die Rolle eines solchen Weltstars spielst, ist das ein sehr schönes Gefühl.
Eine weitere Traumrolle spiele ich als Julie in ‚ Liliom’ von Franz Molnár ab März 2010 am Volkstheater. Das ist ein sehr ernstes, trauriges Stück. Kein Klamauk und keine Kasperl-Rolle, die ich ja sonst oft spiele, sondern wirklich mal was Ernstes.
Traumfilmpartner?

Na ja, dadurch, daß ich eigentlich nicht so wirkliche Idole habe, gibt es da gar nicht so einen richtigen Wunschkandidaten. Es gibt viele Kollegen, mit denen ich es sehr toll gefunden habe zu arbeiten....

Ja, aber wenn Du so ganz weit hergeholt in die Welt der grossen Stars blickst? Ich meine die Hollywood Liga....

(grinst) Leonardo di Caprio – mit dem würde ich echt gerne mal drehen! (lacht) Den finde ich ganz toll. Jetzt ist er nämlich nicht mehr der ‚süsse Kleine’ in den ich in ‚Titanic’ so wahnsinnig verliebt war, sondern er hat echt Ecken und Kanten bekommen!

Wo siehst Du Dich in 10 Jahren?

Ich hoffe, daß der Lauf so weiter geht wie im Moment. Ich wünsche mir, daß ich vor allem gute europäische Filme drehen kann.

Gibt es da einen Regisseur der dich besonders reizen würde?

Ja, also mit dem dänischen Regisseur Lars van Trier zu arbeiten stelle ich mir schon sehr spannend vor. Ich hoffe, daß ich in 10 Jahren in einem Chararkterfach bin. Da bin ich dann 34 und vom süßen, quirligen Mädl hoffentlich ein Stück weiter weg. Ich hoffe, daß ich mich bis dahin in ein Charakterfach spielen kann.

Und ist eine eigene Familie für Dich ein Thema?

Ja, schon! In 4-5 Jahren wäre das schon schön. Ausserdem finde ich eine Familie als Gegenpart zum Beruf sehr wichtig. In jungen Jahren pulvert man viel in die Karriere und arbeitet hart daran sich einen gewissen Status zu erspielen. Dann muss auch eine Zeit im Leben kommen, wo wieder andere Dinge Priorität haben.

Was wäre eigentlich Dein Berufswunsch gewesen, hätte sich nicht die Schauspielerei ergeben?

Ich denke Journalismus.  Schreiben, Reden, Sprachen lernen, Recherchieren, Interesse für andere Menschen und Geschichten – in diese Richtung wäre es gegangen. Dann wäre ich wahrscheinlich auch mal raus aus Österreich gekommen! Das geht sich jetzt leider nicht aus.

Und wo würde es hingehen, wenn die Zeit dafür da wäre?

Also, wenn es eine richtige Reise wäre, dann nach Afrika oder Asien. Ich war ja erst zwei Mal am Meer, weil ich im Sommer immer gearbeitet habe. Also für mich gibt es wirklich noch viel zu entdecken....

Innsbruck ist Deine Heimatstadt – Dein jetziger Wohnsitz ist Wien. Wo bist Du zu Hause?

In Wien! Gerade wenn man in Innsbruck aufwächst und dann nach Wien übersiedelt kommt einem diese Stadt wie eine Weltmetropole vor! Innsbruck ist ein Schmuckkästchen für Touristen, aber das Leben in einer Kleinstadt wie Innsbruck ist manchmal schon sehr eng. Da geniesse ich in meiner momentan Lebensphase schon die Vielfalt und Offenheit von Wien.

Übrigens Schmuckkästchen – wie ist Dein Verhältnis zu Schmuck?

Ich liebe Schmuck, aber vor allem Modeschmuck. Mir ist nicht wichtig, dass der Schmuck echt ist. Wenn mir jemand eine Kette mit echten Diamanten schenken würde, wäre ich damit vollkommen überfordert! Ich liebe aber Schmuck in allen Variatione! Mir ist die Vielfalt wichtiger als ein teures Einzelstück. Also ich bin ein absoulter Fan von Modeschmuck!

Verändert das ‚Berühmtsein’ die Einstellung zur eigenen äußeren Erscheinung – wird man eitler?

Für mich hat mein Outfit oder mein Makeup keinen hohen Stellenwert. Aber es ist lustig, weil man eher das Gefühl hat, man wird darauf aufmerksam gemacht. Plötzlich ist es Thema was man z. B. zu einer Gala anziehen soll. Sogar wie man Treppen runter gehen soll wird vorab besprochen. Kein Scherz, ich dachte das kann ich, aber ich wurde eines Besseren belehrt. (lacht)

Und gehst Du gerne zu Veranstaltungen, für die Du Dich so richtig stylen musst?

Ja klar, da kommt dann dieses Prinzessinen-Feeling! Schönes Kleid aussuchen, den passenden Schmuck dazu finden und  sich dann so richtig Zeit nehmen für das perfekte Make-up!

Wo verbringst Du Weihnachten?

Bei den Eltern in Tirol. Weihnachten daheim ist ein Fixpunkt und ich freu’ mich auch schon riesig auf ein paar Tage Auszeit und auf ein Wiedersehen mit der ganzen Familie!

Na dann, schönes Fest und vielen Dank für das Gespräch!